Sonntag, Dezember 16, 2012

Adventskrimi 16. Dezember - Homer in Südafrika



Die Hitze war ermüdend, die Luftfeuchtigkeit schier unerträglich. Homer Patson freute sich auf eine kühle Dusche und ein Glas Gin Tonic. Er war am Morgen in Johannesburg angekommen, doch nun ging die Reise Richtung Botswana. Er war schon komfortabler gereist. Ein Schlagloch reihte sich an das andere und er sehnte sich nach seinem alten Maybach, der  sehr viel mehr Platz für seine langen Beine ließ. Doch dieser Wagen war wohl weitaus geeigneter die Townships zu passieren, aber die Klimaanlage konnte es nun mal nicht mit der Hitze aufnehmen. Der Chauffeur plapperte ununterbrochen und Homers Gedanken schweiften ab. Was ihn wohl bei seiner Ankunft erwarten würde? Sein alter Freund Milton Brando hatte ihn eingeladen, sich einen Überblick über sein AIDS-Hilfsprojekt im Grenzgebiet zu machen. Mal schauen was ihn dort so erwartete.

Er musste eingeschlafen sein, denn als er aus dem Fenster blickte hatte sich die Landschaft merklich verändert. Kurze Zeit später passierten sie das Tor zum Camp. Homer Patson konnte nicht schnell genug aus dem Wagen steigen und streckte seine Glieder. Kleine Kinder spielten auf dem Boden, eine Frau kauerte apathisch an einem Baum. Er sah sich um und erblickte ein einstöckiges Gebäude. Er steuerte darauf zu. Erstaunt stellte er fest, dass die Innenräume höchst modern gestaltet waren. An der Wand hingen Drucke von Monet und Chagall und das Inventar war tadellos. Durch eine geöffnete Tür konnte er sehen, dass der Raum mit neustem medizinischem und labortechnischem Equipment ausgestattet war. Na ja, Milton hatte sich nicht lumpen lassen.

Ein junger Schwarzer näherte sich ihm. „Guten Tag, mein Name ist Yahya, Sie müssen der berühmte Professor Patson sein. Ich werde Dr. Cephalon sofort Bescheid geben, dass Sie eingetroffen sind. Wir haben Sie schon erwartet. Bitte warten Sie doch hier drüben, da ist es etwas kühler.“ „Vielen Dank“, entgegnete Homer und sah sich in dem Raum um, in dem ein großes Logo von Brando-Enterprises prangte.

Kurze Zeit später öffnete sich die Tür und ein grauhaariger Herr Mitte fünfzig betrat den Raum. „Professor Patson, welch‘ Glanz in unserer bescheidenen Hütte. Mein Name ist Robert Cephalon und ich bin der Leiter der Station. Mr. Brando teilte mir mit, dass wir Ihnen einen Überblick über unsere Forschungen und Therapieversuche gewähren sollen. Da müssen Sie ja in einem engen Verhältnis zu ihm stehen.“ Homer Patson war sich nicht ganz schlüssig, ob die Rede von einem sarkastischen Unterton begleitet wurde. Sein untrüglicher Instinkt flüsterte ihm zu, dass der Arzt über seine Ankunft nicht gerade erbaut war. „Haben Sie Dank Dr. Cephalon. Wenn es keine Umstände bereitet, würde ich mich gerne erst einmal etwas frisch machen, die Hitze und der Staub haben ihre Spuren hinterlassen.“ „Selbstverständlich Professor Patson.  Yahya wir Ihnen Ihre Unterkunft zeigen. Ich selbst bin die nächsten drei Stunden sehr beschäftigt, aber danach werde ich Ihnen selbstverständlich einen Überblick über unser Projekt und unsere Arbeit verschaffen.“ Cephalon drückte eine Taste und kurz darauf erschien Yahya, um Homer zu seiner Unterkunft zu geleiten. „ Um 18 Uhr nehmen wir das Abendessen ein. Aber erwarten Sie keine 5-Gaenge-Menues“, rief der Arzt ihm hinterher. Er konnte nicht anders, aber er empfand eine wachsende Antipathie gegenüber dem Stationsleiter.

Nach einer Dusche und einem Gin Tonic sah die Welt schon wieder etwas freundlicher aus und Homer Patson beschloss ein wenig auf Erkundigungstour zu gehen. Er inspizierte die Behandlungsräume und das große Labor und ließ sich schließlich im Schatten eines Baumes am Rande des Camps nieder. Plötzlich hörte er hinter sich ein Rascheln. Blitzschnell fuhr er herum. Zu seiner großen Erleichterung erblickte er nur einen halbwüchsigen Burschen, der ihn mit angsterfülltem Blick anstarrte. „Hab keine Angst“, rief Homer, doch der Junge setzte sich in Bewegung und wollte wegrennen. Schnell war Homer auf den Beinen und obwohl er nicht mehr ganz so fit wie in seiner Highschoolzeit war, erreichte er den Jungen und hielt ihn fest. „Was ist los verdammt noch mal? Warum läufst du vor mir weg?“ „Duiwel“, schrie der Junge „Duiwel“. „Duiwel?“ Patson war irritiert. Duiwel ist das afrikanische Wort für Teufel. „Was meinst du? Warum sprichst du vom Teufel?“ Der Junge atmete schwer. „Sie kommen, die Teufel kommen, um die Menschen hier zu holen. Sie schleppen sie weg und meist sieht man sie nie wieder. Und wenn  einer doch zurück kommt ist überall Blut und sie sterben.“ Homer dachte nach. Was konnte er meinen? Was ging hier vor? Einen Moment war er unachtsam und dieser Augenblick reichte dem Jungen davonzurennen.
Es war Zeit zum Abendessen. Als Patson das im Kolonialstil eingerichtete Esszimmer betrat, waren die meisten der Ärzte schon anwesend. „Professor Patson, kommen Sie und setzen Sie sich.“ Dr. Cephalon wies ihm einen Platz zu. Das Essen verlief in einer seltsam angespannten Atmosphäre. Schließlich sprach Homer Cephalon auf die Behauptung des Junges an, dass Leute aus der Station verschwinden würden. „Dummer Aberglaube“, knurrte Cephalon. „ Die Einheimischen hier haben eine rege Phantasie und konfabulieren wirres Zeug. Achten Sie einfach gar nicht auf das Geschwätz. Und Ihnen ist ja gewiss bekannt, dass ihm Rahmen der Encephalopathie bei HIV eine Menge Hirngespinste entstehen können. Dann wird die Sache noch weiter aufgebauscht und irgendwann kursieren die wildesten Gerüchte. Sie entschuldigen mich Professor, ich muss noch nach einem Patienten sehen.“ Der Doktor verschwand und schlagartig änderte sich die Stimmung und es wurde herzhaft gescherzt und gelacht.  Patson begann sichtlich den Abend zu genießen. 
Wikipedia Michael
Eine besonders anregende Unterhaltung führte er mit einer schwedischen Ärztin, Agnetha Kolstedt, die ihm von einer in Südafrika wachsenden Pflanze, die seit Jahrhunderten als Heilpflanze und Tonikum eingesetzt wird. Die neusten Untersuchungen der Ärztin zeigten, dass die Pflanze nicht nur bei Krebserkrankung, sondern auch bei HIV-positiven Patienten das Immunsystem stärkt. Leider wächst sie nur dort, wo keine anderen Pflanzen wachsen. Homers Interesse war geweckt und vorübergehend verdrängte er die Gedanken an die Teufelsgeschichte. Dazu würde er später noch recherchieren. „Diese Pflanze, sagen Sie mir Dr. Kolstedt, wie ist ihr Name?“    


Wie heißt die traditionelle südafrikanische Heilpflanze, die in den letzten Jahren aufgrund ihres erfolgreichen Einsatzes als Tonikum bei AIDS- und Krebspatienten ein zunehmendes wissenschaftliches und öffentliches Interesse geweckt hat.
Nicht ausgewählt Butbut cani
Ausgewählt Cona sutherlandia Ihre Lösung ist korrekt
Nicht ausgewählt Dang Sheng
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